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Wenn der Boden schwankt – herausfinden, woher es kommt.
Schwindel gehört zu den häufigsten Beschwerden überhaupt – und zu den unspezifischsten. Genau darin liegt das Problem: Weil so viele Ursachen infrage kommen, wird Schwindel oft zu schnell als harmlos abgetan und der Patient vertröstet. Die Zahlen sprechen dagegen. Bei Menschen, die mit Schwindel in eine Notaufnahme kommen, steckt in rund 5,5 % ein Schlaganfall dahinter; bei Schwindel ohne weitere Begleitzeichen sind es in europäischen Studien 8,4 %.¹ Und die Durchblutungsstörung ist nur eine der Möglichkeiten: ein Tumor – am Hörnerv, im Kleinhirn, im Hirnstamm oder an der Schädelbasis –, ein chronisches Subduralhämatom nach einem längst vergessenen Sturz, ein Normaldruckhydrozephalus, entzündliche Herde etwa bei Multipler Sklerose, ein Einriss der Gefäßwand, eine Gefäßfehlbildung – alles Erkrankungen, die man nicht verschleppen sollte. Beim Schwindel ist deshalb nicht die Frage, ob man hinsieht – sondern wie genau und wie schnell.
Wichtig: Plötzlicher heftiger Schwindel zusammen mit Doppelbildern, verwaschener Sprache, Lähmung oder Taubheit, starker Gangunsicherheit oder schlagartig einsetzenden Kopfschmerzen kann ein Schlaganfall sein. Rufen Sie dann bitte sofort den Rettungsdienst unter 112 – nicht uns. In allen anderen Fällen gilt: Bevor Sie gar nichts tun, rufen Sie uns an.
Schwindel zusammen mit einseitiger Hörminderung, Ohrgeräusch oder Druckgefühl im Ohr gehört abgeklärt. Ein gutartiger Tumor des Hörnervs – das Vestibularisschwannom – wächst langsam und macht genau diese Beschwerden. Er ist nur in der MRT sicher zu erkennen oder auszuschließen; im CT bleibt er unsichtbar.²
Gangunsicherheit, Sehstörungen, Missempfindungen, Ungeschicklichkeit einer Hand: Solche Zeichen verschieben die Frage vom Innenohr ins Gehirn. Eine Durchblutungsstörung, die unerkannt bleibt, kann zu einem Infarkt führen – und zu weiteren. Genau deshalb sieht die Leitlinie zur Sekundärprophylaxe nach einer durchgemachten Durchblutungsstörung eine zügige Abklärung und Sekundärprophylaxe vor, statt abzuwarten.³ Hirnstamm, Kleinhirn und die hirnversorgenden Gefäße lassen sich in der MRT beurteilen, einschließlich frischer Durchblutungsstörungen und entzündlicher Herde.⁴
Mit steigendem Alter, bei Bluthochdruck, Diabetes, Vorhofflimmern oder bekannter Gefäßverkalkung ändert sich die Rechnung. Dann kann hinter dem Schwindel eine kleine Durchblutungsstörung im Hirnstamm oder Kleinhirn stecken – zu klein, um zu lähmen, aber groß genug, um ein Warnsignal zu sein. Auch ein Einriss der Gefäßwand nach Sturz oder Schleudertrauma gehört hierher. Beides ist in der MRT mit Diffusionswichtung und MR-Angiographie darstellbar. Und wenn sich im Kopf keine Ursache findet: Ihr Fall kann direkt mit unserem Kardiologen besprochen werden – auf demselben Gang, ohne neuen Termin, ohne Weg in einen anderen Stadtteil und ohne dass Wochen zwischen zwei Fragen vergehen, die zusammengehören.
Ein Schwindel, der über Wochen anhält, wiederkehrt oder sich verändert – und für den bisher niemand eine Erklärung gefunden hat. „Das ist der Kreislauf" ist keine Diagnose. Zu den Ursachen, die dabei am häufigsten übersehen werden, gehören das chronische Subduralhämatom nach einem oft längst vergessenen Sturz, der Normaldruckhydrozephalus mit seiner Trias aus Gangstörung, Harndrang und Vergesslichkeit, entzündliche Herde und langsam wachsende Raumforderungen – allesamt Diagnosen, die in der Schnittbildgebung erkennbar sind und ohne sie nicht. Sie bekommen bei uns einen zeitnahen Termin, ein auf Ihre Beschwerden zugeschnittenes Untersuchungsprotokoll im MRT und – falls notwendig – eine Angiographie zum Ausschluss einer gefährlichen Gefäßpathologie. Und ein Gespräch über das Ergebnis.
Welche Untersuchung sinnvoll ist, richtet sich nach Ihren Beschwerden. Wir setzen das Protokoll gezielt zusammen – ein MRT des Kopfes ist nicht gleich ein MRT des Kopfes.
Hirnstamm und Kleinhirn – die Schaltstellen des Gleichgewichts – werden ohne Strahlung dargestellt. Frische Durchblutungsstörungen, entzündliche Herde und Raumforderungen lassen sich hier erkennen, auch wenn sie klein sind.
Ein eigenes, hochaufgelöstes Protokoll durch Innenohr und Hörnerv, mit Schichten im Submillimeterbereich. Genau diese Sequenzen entscheiden darüber, ob ein Vestibularisschwannom gefunden oder übersehen wird – ein Standard-Kopf-MRT reicht dafür nicht.²
Die Gefäße vom Hals bis ins Gehirn, meist ohne Kontrastmittel darstellbar. Verengungen, Einrisse der Gefäßwand und Gefäßaussackungen werden sichtbar – wichtig bei anfallsartigem Schwindel mit neurologischen Zeichen.
Wenn Nackenbeschwerden und Schwindel zusammen auftreten, wird die Halswirbelsäule mitbeurteilt – Bandscheiben, Rückenmark und der knöcherne Verlauf der Wirbelarterien. So bleibt die Frage nach der Ursache nicht auf halbem Weg stehen.
Bequem online oder telefonisch – Sie erhalten zeitnah einen Termin über unsere freundliche Anmeldung.
Das Untersuchungsprotokoll im MRT wird auf Ihre Beschwerden zugeschnitten, bei Bedarf ergänzt um eine Angiographie der hirnversorgenden Gefäße – in ruhiger Atmosphäre, von erfahrenen Spezialisten ausgewertet.
Sie erhalten einen ausführlichen Befund und ein persönliches Gespräch über das weitere Vorgehen.
Physiker, Facharzt für Radiologie und Facharzt für Neuroradiologie – eine doppelte Qualifikation, die bei Fragen an Hirnstamm, Innenohr und Gefäße den Unterschied macht.
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Schwindel ist ein Sammelbegriff, kein Krankheitsbild. Die folgenden Zahlen beantworten die Frage, wie oft eine ernste Ursache dahintersteckt – und wie zuverlässig sie sich nachweisen lässt.
| Untersuchte Gruppe | Anteil mit Schlaganfall |
|---|---|
| Alle Patienten mit Schwindel in der Notaufnahme – 29 Studien, 161.013 Patienten¹ | 5,5 % |
| Davon: Schwindel ohne weitere Begleitzeichen, weltweit – mit erheblicher Streuung zwischen den Regionen (3,4 % bis 22,9 %)¹ | 13,9 % |
| Davon: europäische Studien¹ | 8,4 % |
| Akutes vestibuläres Syndrom bei Patienten mit mindestens einem Gefäßrisikofaktor – Anteil mit zentraler Ursache⁴ | 75 % |
| Frühe MRT mit Diffusionswichtung, die den vorhandenen Schlaganfall nicht zeigte – sämtlich innerhalb von 48 Stunden⁴ | 12 % |
Die erste Durchblutungsstörung ist häufig ein Warnschuss. Nach einer durchgemachten zerebralen Ischämie ist das Risiko eines erneuten Ereignisses unmittelbar danach am höchsten – deshalb sieht die Leitlinie zur Sekundärprophylaxe eine zügige Abklärung und den sofortigen Beginn der Sekundärprophylaxe vor, nicht ein Zuwarten über Wochen.³
Dazu kommt ein Umstand, der in der Beratung selten erwähnt wird: Ein frischer Infarkt ist in der Diffusionswichtung nur etwa ein bis zwei Wochen lang zuverlässig als frisch zu erkennen. Danach normalisiert sich das Signal, und die Frage, ob dieser Herd vor drei Wochen oder vor drei Jahren entstanden ist, lässt sich oft nicht mehr sicher beantworten.⁵ Wer den Weg zur Bildgebung hinauszögert, verliert also nicht nur Behandlungszeit, sondern auch die Information selbst.
Nicht jede ernste Ursache ist ein Infarkt. Beim Schwindel gehören ebenso dazu: das chronische Subduralhämatom, der Normaldruckhydrozephalus, entzündliche Herde – etwa bei Multipler Sklerose – sowie Gefäßfehlbildungen. Und Tumoren, wobei der Tumor des Hörnervs nur der bekannteste ist: Schwindel kann ebenso von einer Raumforderung im Kleinhirn oder Hirnstamm ausgehen, von einem Meningeom der hinteren Schädelgrube, von einem Tumor an der Schädelbasis oder von einer Absiedlung – unabhängig davon, ob sie gutartig oder bösartig ist. Sie unterscheiden sich klinisch oft nicht voneinander; unterscheidbar werden sie im Bild.⁶ ²